Bahntransporte China – Europa während Corona

Chitose line DF-200 freight trainZwischen China und Europa sind von Januar bis April 2020 bereits über 2.900 Güterzüge unterwegs gewesen, die ein Volumen von 262.000 TEU(*) transportieren konnten. Der Bahntransport zwischen China und Europa wuchs somit 2020 um 24% im Vergleich zum Vorjahr. Allein im April wuchs der Verkehr westwärts um 58% und ostwärts um 29%, insgesamt waren das 88.000 TEU(*). Das heißt, dass aufgrund der Corona Krise viel Containerverkehr auf die Schienen umgeleitet wurde, die eine wesentlich schnellere Verbindung als der Hochseetransport darstellt.

(*) TEU ist eine Maßeinheit für die Kapazität von Containerschiffen, nämlich eine „Twenty foot Equivalent Unit“, also ein 20-Fuß-Standartcontainer.

Binnenhafen Duisburg

Dieser erfreuliche Trend lässt sich am Besten in Duisburg, dem größten Binnenhafen Europas, ableiten. Normalerweise werden auf der Anlage 35-40 Züge pro Woche umgeschlagen. Im Februar ging die Anzahl der Züge zwar zurück, jedoch im April steigerte sich die Anzahl auf 50 Züge. Der Betreiber merkt an, dass es auch Züge aus neuen Zielorten in China gibt, und dass China zum Zwecke der Ankurbelung der Wirtschaft den Vorteil eines schnelleren Transportes ihrer Güter auf der Schiene nützen will.

Duisburg alleine ist bereits für 30% aller gleisgebundenen Güterverkehre zwischen China und Europa verantwortlich und zu 80% der Verkehre von und nach der chinesischen Industriestadt Chongqing.

Erfolgsgeschichten aus Polen

Mr. Czeslaw Warsewicz, der CEO der polnischen Güterbahn PKP, merkte an, dass derzeit an der polnischen EU-Außengrenze Frachtzüge auf die Abfertigung warten, um nach Europe einzureisen. Die Verstärkung dieses trans-europäischen Bahnverkehrs hat positiv dazu beigetragen die großen Verluste von 50% an den polnischen Seehäfen auszugleichen.

Der grenzüberschreitende Bahn–Güterverkehr konnten im Vergleich zum Personenverkehr aufrechterhalten werden und hat positiv dazu beigetragen den Warenfluss aufrecht zu erhalten.

Chinesische Geschichten

Viele chinesische Firmen fragen derzeit europäische Produkte nach, um die Produktionen wieder zu starten, im Gegenzug wird beispielsweise Schutzausrüstung von China nach Europa über die Schienen transportiert.

Ganzzug mit Schutzausrüstung für Belgrad

Beispielsweise traf ein mit 50 TEU Schutzausrüstung beladener Güterzug von Wuhan kommend innerhalb von 18 Tagen Belgrad, Serbien ein. Auch fanden Transporte von medizinischem Material von Yiwu nach Madrid statt. Leicht zugängliche digitale Frachtpapiere halfen bei der Reduktion von Inspektionszeiten von 6 bis 12 Stunden an der Grenze zwischen China und Kasachstan.

Jedenfalls wurden im Binnenhafen Duisburg ein Nachholbedarf aufgrund der Corona Pandemie wahrgenommen. Es wurde das Netzwerk erweitert und der Bahnverkehr auf weitere chinesische Zielbahnhöfe ausgeweitet. Die strategische Kooperation mit weiteren wichtigen Logistikpunkten wird den Schienentransport mit China attraktiver machen und unseren Kunden Vorteile bringen, merkt Erich Staake, Geschäftsführer Binnenhafen Duisport, an.

[Quelle: https://www.railjournal.com/freight/china-europe-rail-freight-flows-buck-economic-trend/ – Text aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und bearbeitet]

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